Alfred Pringsheim (1850 - 1941)

-    geboren am 02. September 1850 in  Ohlau, Schlesien

-    aufgewachsen in Breslau

-    Mathematikstudium in Heidelberg

-    1872 Promotion in Heidelberg

-    1877 Habitilation an der Universität München

-    1879 Hochzeit mit Hedwig Dohm (1855 - 1942)

-    1886 außerordentlicher Professor in München

-    1894 außerordentliches Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaft

-    1898 ordentlichen Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaft

-    1901 ordentlicher Professor in München

-    1901 - 1923 Inhaber des Lehrstuhl 3 an der Universität München

-    1938 Rauswurf aus der Bayrischen Akademie der Wissenschaft

-    1939 Flucht in die Schweiz

-    25. Juli 1941 Tod in Zürich

 

Alfred Pringsheim war neben seiner mathematischen Tätigkeit auch ein Kunstkenner ersten Ranges. Seine Majolikensammlung genoss Weltruhm.  Außerdem war er ein ausgezeichneter Pianist dessen Geschmack stark von Richard Wagner geprägt wurde. Bei seinen mathematischen Vorträgen zeigte er sich auch als "ein glänzender Redner mit Witz und Charme" . (Hanno Kruft)

Als Mathematiker bemühte er sich stets, möglichst "strenge und elementare Beweise" zu finden, was vor allem von anderen Mathematikern (Oskar Perron) sehr geschätzt wurde.

Pringsheim zum Nationalsozialismus:

 Pringsheims Vermögen  hatte schon während der Inflation und mit der Zeichnung von Kriegsanleihen (WW1), welche er als patriotischer deutscher Jude kaufte, stark gelitten. Nachdem er dann noch 1933 seine Villa in der Arcisstrasse räumen musste (er bekam laut Golo Mann 700 000 Reichsmark Abfindung), weil Platz für einen "Führerbau" benötigt wurde, war seine Einstellung zum Nationalsozialismus schon sehr getrübt. Als er dann auch noch "den für Emeriti vorgeschriebenen Eid auf den "Führer" verweigerte", wurde er pensioniert.

1938 wurde er auch noch aus der Bayrischen Akademie der Wissenschaft ausgeschlossen, da der neue Präsident der Akademie, Karl Alexander Müller der von den Nationalsozialisten eingesetzt wurde, ihn für politisch untragbar fand.

Mit dem Erlös aus der Versteigerung seiner Majolikensammlung finanzierte er 1939 die "Reichsfluchtsteuer" und flüchtete in die Schweiz. Dort verstarb er dann 1941 eines natürlichen Todes.

weitere links:

http://www.geometry.net/scientists/pringsheim_alfred.php

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