Friedrich Hartogs (1874 - 1943)

-     geboren am 20. Mai 1874

-    Studium an der Technischen Hochschule Hannover, Technischen Hochschule Berlin,

     Universität Berlin und Universität München

-    1903 Promotion  in München unter Prof. Alfred Pringsheim

-    1905 Habitilation und anschließend Privatdozent an der Universität München

-    1910 außerordentlicher Professor Universität München

-    1912 etatmäßiger außerordentlicher Professor Universität München

-    1927 ordentlicher Professor Universität München

-    1927 - 1935 Inhaber des Lehrstuhl 4 für Mathematik an der Universität München

   01.01.1936  Entlassung aus dem Dienst, obwohl er ein "Altbeamter" war

-    18. August 1943 Selbstmord (in München)

 

Friedrich Hartogs war ein "mehr im Stillen wirkender ausgezeichneter Mathematiker". Seine mathematischen Ansätze übertrafen die seines Lehrers, Pringsheim, und waren zukunftsweisend. Er war bei vielen Theorien einer der erste der diese beweisen konnte wie z.B., dass "die Theorie der Funktionen mehrerer komplexer Veränderlichen überraschende Eigentümlichkeiten zeigt."

Hartogs wird als einer der Gründungsväter der komplexen Analysis mehrerer Veränderlicher angesehen - einem inzwischen verbreiteten Gebiet. Er gehört in der modernen Mathematik zu den bekanntesten Namen der früheren Münchner Schule.

Er wurde zeitlebens nicht in die Bayrische Akademie der Wissenschaft aufgenommen wozu Georg Faber 1959 schrieb: "....,dass die Beschlüsse von Körperschaften mit nicht sachverständiger Mehrheit gefasst zu werden pflegen." (aus "Meine ungeschriebenen Memoiren" von Katia Mann, Veröffentlicht 1995 in der Fischer Bibliothek)

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 leidet Hartogs als Jude unter der Willkür der Nationalsozialisten, besonders nach der Einführung der "Rassengesetze" 1938.

Am 18. August 1943 nahm Hartogs sich das Leben, "er erträgt die Kette der fortwährenden Demütigungen nicht mehr" (Roland Bulisch).

weitere Informationen zu Friedrich Hartogs finden Sie unter folgenden Quellen:

http://www.mathematik.uni-muenchen.de/festschrift/node13.html

http://litten.de/fulltext/cara.htm

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