Sir Henry Thomas Tizard


Sir Henry Thomas Tizard
23.8.1885 - 9.10.1959

Sir Henry Thomas Tizard ist einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Berater in Großbritannien. Sein Einsatz fördert und forciert vorausschauend genug die Entwicklung des Radar in Großbritannien.
Sein Hauptverdienst ist jedoch seine Mission nach Washington, die 1940 den Weg zu einer breiten wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA ebnete.

Biographie

Henry Tizard wird am 23. August 1885 in Gillingham, Kent geboren. Sein Vater war Hydrograph bei der britischen Marine, ein Augenleiden verhindert jedoch, dass er selbst Marineoffizier wird. Stattdessen geht er als Stipendiant an die Westminster School und 1904 an das Magdalen College in Oxford. 1908 erhält er seinen Abschluss in Chemie mit "honors in natural science". Zeitweilig arbeitet er danach in Berlin. 1909 geht er zurück nach Oxford, seine Arbeiten über Flugbenzin führen unter anderem zur heute üblichen Oktanskala.

Im ersten Weltkrieg dient er als Testpilot beim Royal Flying Corps, bei Kriegsende ist er Oberstleutlant und Forschungsleiter für Flugzeuge bei britischen Kriegsministerium. Tizard wird aufgrund seiner eigenen Forschungen zu chemischen Indikatoren, Aerodynamik und Flugbenzin zu einer außergewähnlichen Autorität auf dem Gebiet der Aeronautik. Er hält Vorlesungen über Thermodynamik und wird 1920 Assistenzsekretär und 1927 Sekretär am Department of Scientific and Industrial Research. 1929 wird er zum Rektor des Imperial College in London ernannt.

1933 wird Tizard der Vorsitzende des Aeronautical Research Committee, einen Posten, den er auch im Krieg besetzt. 1934 führt er den Vorsitz des "Committee for the Scientific Survey of Air Defence", in der Folge macht er sich für die Erforschung des Radar stark. Seine Leistung besteht vor allem im Organisatorischen, er schafft es, die besten Wissenschaftler des Landes für die Radarforschung zu gewinnen und die entwickelten Radarsysteme auch tatsächlich zum Einsatz zu bringen. Seine Voraussicht und sein Vertauen in die neue Technik waren vielleicht der entscheidende Faktor im Battle of Britain 1940.

1940, im Zeichen des zu diesem Zeitpunkt für Großbritannien ungünstigen Kriegsverlaufs, leitet er die entscheidende Tizard Mission in die USA, die zu einer engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA führt, einer gelungenen Kombination des amerikanische Produktionspotentials mit der damals fortgeschritteneren britischen Technologie. 1942 scheidet er aus dem Regierungsdienst aus und wird Präsident des Magdalen College, Oxford.

Nach dem zweiten Weltkrieg wird Tizard 1946 als Vorsitzender des Defence Research Policy Committee und des Advisory Council on Scientific Policy, wovon er sich 1952 zurückzieht. Er stirbt am 9. Oktober 1959 in Fareham, Hampshire.