Editorial

Believe it or not - mit dieser Ausgabe beginnt der sechste Jahrgang des Quartls. Angesichts dieses Jubiläums wartet der ansonsten eher der Hofberichterstattung bezichtigte Leitartikel diesmal mit einem besonderen Schmankerl auf und beschäftigt sich mit der Vorgabepraxis der "Mutter (fast) aller Forschungsverbünde", der Bayerischen Forschungsstiftung, hinsichtlich Name und Laufzeit von Verbünden.

Am Anfang (will sagen im April 1992) war der FORTWIHR und nichts als der FORTWIHR - weder "1" noch "I". Nach damaliger Lesart waren Forschungsverbünde (und mit ihnen deren Namen) auf längstens zehn Jahre angelegt. Doch nichts bleibt so, wie es einmal war, und so hatte sich im Jahre 1994 die Ansicht durchgesetzt, drei Jahre seien für einen auf einem brandaktuellen Gebiet tätigen Verbund mehr als genug. Da dies im FORTWIHR natürlich völlig anders gesehen wurde, man sich aber den vorgegebenen Rahmenbedingungen auch nicht entziehen konnte, einigte man sich auf eine Art Mittelweg zwischen einem ganz, ganz neuen Verbund mit einem leicht nostalgischen Namen und der Fortführung des bisherigen Verbunds unter einem völlig neuen Namen und erfand für die zweiten drei Jahre den Namen "FORTWIHR II".

Lieblingssport des Quartl und seiner Anhänger

Obwohl ein FORTWIHR II durchaus auch von einem FORTWIHR abstammen kann und es zum Herkunftsnachweis eines FORTWIHR I nicht bedarf (man denke nur an die zahllosen Fortsetzungsprojekte aus Hollywood), setzte sich schleichend eine rückwirkende Umbenennung des FORTWIHR durch, welcher nun fortan "FORTWIHR I" genannt werden sollte. Klar, dass das zu Komplikationen führen musste, und so kam es schon 'mal vor, dass sich ein Geldgeber für eine Statistik zum FORTWIHR bedankte und im gleichen Atemzug eine entsprechende für den FORTWIHR I erbat. Dazuhin vermutete der eine oder andere ganz Verwegene (zumeist aus den Reihen der Informatik), dass es sich bei "FORTWIHR I" und "FORTWIHR II" am Ende nur um verschiedene Bezeichner für ein und dasselbe Objekt handeln könne - noch abwegiger geht's nun wirklich nicht mehr.

Um die skizzierten Erfahrungen des Jahreswechsels 1994/95 reicher, ging man im Herbst 1997 voll Elan die Vorbereitungen zum Neuantrag für die angepeilte dritte Förderphase an - unter dem Arbeitstitel "FORTWIHR III". (Wer bis hierher folgen konnte, wird dies sicher als schlüssig empfinden.) Doch anstelle eines Lobs gab's erneut eine Abfuhr: Ein FORTWIHR III sei nicht mehrheitsfähig, so gab man uns zu verstehen. Ein Fortbestehen des FORTWIHR ohne Förderung durch die Bayerische Forschungsstiftung sei aber durchaus denkbar. In einen solchen könnten dann auch einzelne von der Stiftung geförderte Projekte eingebracht werden. - Aha. Nur kurz verharrten wir bei der Frage, wie denn ein FORTWIHR fortbestehen solle, den es seit zwei bzw.\ fünf Jahren gar nicht mehr gab, und schwenkten aus vollem Lauf auf die Linie ein, den FORTWIHR fürderhin als Sammelbecken oder Kristallisationspunkt oder synergiestrotzende Keimzelle des Hochleistungsrechnens in Bayern anzusehen und einzelne Projektanträge vorzubereiten - eben die im Herbst angelaufenen Transferprojekte.

Dem damaligen Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst und jetzigen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefiel das auch, konnte doch so die avisierte Gründung eines bayerischen Kompetenznetzwerks zum Hochleistungsrechnen vorbereitet werden. Als gewissenhafte FORTWIHR'ler stellten wir uns daher mutig der Frage, welche formalen Konsequenzen diese neue Stuktur mit sich bringen würde, und da fiel zunächst die etwas in die Jahre gekommene Satzung ins Auge. Umgehend machten wir uns daran, sie zu entrümpeln und den neuen Gegebenheiten anzupassen. Pflichtbewusst legten wir die Neufassung auch der Stiftung vor, war doch diese von einer Satzungsänderung aufgrund der bisherigen Satzung zumindest in Kenntnis zu setzen (obwohl der FORTWIHR als Ganzes ja gar nicht mehr durch die Stiftung gefördert wird). Ganz so einfach ist das Leben aber auch wieder nicht, und so wurden wir postwendend von Seiten der Stiftung mit der Frage konfrontiert, warum wir denn für etwas, was es gar nicht mehr gebe (den FORTWIHR nämlich), eine neue Satzung beschließen wollten. "Sapperlott" (hier als euphemistische Zusammenfassung der Worte zu sehen, die mir in diesem Moment durch den Kopf schossen)! Eigentlich eine überflüssige Frage: Kann es eine anregendere und faszinierendere Beschäftigung geben, als sich Satzungen und Geschäftsordnungen für nicht existente Einrichtungen zu überlegen?

Soweit der aktuelle Stand der Dinge - über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Das Feedback zum Leitartikel des Quartls ist traditionell recht hoch. Bei der letzten Ausgabe ließen sich einige Leser jedoch sogar zu der Vermutung hinreißen, die Person des John Peter Zenger sei nur ein Produkt der Phantasie des Autors. Deshalb an dieser Stelle folgende Klarstellung: Es gab ihn wirklich (ganz ehrlich!), und allen, die sich nicht mit einem Blick in eine Enzyklopädie zur Verifikation begnügen wollen, sei das Buch John Peter Zenger and the Fundamental Freedom von William Lowell Putnam empfohlen, erschienen 1997 bei Mc Farland Publications, Jefferson, N.C., und London. Doch Vorsicht: Ohne ein gerüttelt Maß an Interesse für anglo-amerikanische Rechtsgeschichte könnte die Lektüre etwas anstrengend werden.

So, jetzt kann hoffentlich jeder beruhigt in die Feiertage gehen. Unserer gesamten (auch in diesem Jahr wieder stark angewachsenen) Leserschaft wünscht die Quartl-Redaktion frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!

Hans-Joachim Bungartz

ITALGAS-Preis 1998

für Prof. Dr. Dr.h.c. F. Durst und Dr.-Ing. D. Trimis

Seit 1987 vergibt die Italgas-Gruppe, die führende italienische Firma im Bereich ziviler Gasanwendungen und einer der größten Gasverteiler Europas, jährlich den sogenannten "Italgas-Preis" für Forschung und technologische Innovation an Projekt- und Forschungsgruppen in der Europäischen Union, die einen bedeutenden Beitrag für die zivile und soziale Entwicklung geliefert haben.

Es werden zwei Preise in der Höhe von je 150 Mio. Lire (umgerechnet etwa 150000 DM) vergeben für innovative Arbeiten in den Bereichen

In diesem Jahr wurde vom Preiskomitee einer der Preise an Prof. F. Durst und Dr.-Ing. D. Trimis vom Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Universität Erlangen für das Projekt "Porenbrennertechnologie: Anwendung in Haushaltsheizsystemen" verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden die Arbeiten der Forschungsgruppe im Bereich der Verbrennungstechnik gewürdigt. Die am Lehrstuhl für Strömungsmechanik entwickelte Porenbrennertechnik zeichnet sich dadurch aus, dass das Brennstoff-Luft-Gemisch nicht als freie Flamme abreagiert, sondern dass der Verbrennungsvorgang in den Hohlräumen einer porösen Struktur erfolgt, welche in das Reaktionsgebiet eingebracht wird. Daraus resultierende Vorteile für Heizgeräte im Haushalt sind neben einer großen Leistungs- und Luftzahldynamik die sehr geringen Schadstoffemissionen sowie das im Vergleich zu konventionellen Heizgeräten deutlich reduzierte Bauvolumen der kombinierten Porenbrenner-Wärmeübertrager-Einheiten. Die Präsentation der Arbeiten der Preisträger erfolgte am 23. Oktober 1998 in Turin. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten Mitarbeiter des Lehrstuhls für Strömungsmechanik auch die Gelegenheit, den zahlreichen geladenen Gästen die neue Technologie in Form einer Ausstellung näher zu bringen.

Am Abend des 23. Oktobers erfolgte im Schauspielhaus von Turin dann die offizielle Überreichung der Preise, feierlich umrahmt von einem Konzert. Bei diesem Termin waren weit über 2000 Gäste und Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Industrie anwesend.

Wie die Verleihung des Italgas-Preises zeigt, lässt sich somit abschließend feststellen, dass die Entwicklung der Porenbrennertechnik am Lehrstuhl für Strömungsmechanik auch international hohe Anerkennung findet.

LSTM-Melling


Der FORTWIHR auf dem 4.<it>abayfor</it>-Symposium

Der FORTWIHR auf dem 4.abayfor-Symposium im nagelneuen Internationalen Congress Center München. Abhängig von der Qualität des Drucks hat der Leser hoffentlich die Chance,folgendes zu entdecken: Prof. Durst im Gespräch mit Besuchern, ein Video zur Fahrdynamik und zwei Quartl-Pinguine extra.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren des Symposiums, Frau Dr. Potzel und Herrn Amendt!

Foyer des ICM mit dem <it>abayfor</it>-Infostand

Ebenfalls auf dem abayfor-Symposium: das Foyer des ICM mit dem abayfor-Stand.


Neues von der SFB-Front

Internationale Workshops der SFBs 411 und 438 in Garching und Freising

Die beiden noch jungen Münchener Sonderforschungsbereiche 411 (Grundlagen der aeroben biologischen Abwasserreinigung) und 438 (Mathematische Modellierung, Simulation und Verifikation in materialorientiertenProzessen und intelligenten Systemen), in denen auch Arbeitsgruppen des FORTWIHR vertreten sind (wir berichteten), veranstalteten am 9. und 10. November in Garching bzw. vom 7. bis 10. Dezember in Freising ihren jeweils ersten Workshop.

Die Anwesenheit zahlreicher prominenter Wissenschaftler aus dem In- und Ausland verlieh beiden Tagungen internationalen Glanz. Im erhebenden katholischen Ambiente des Freisinger Dombergs (vollendete Umsorgung von Leib, Geist und Seele bei allerdings modernisierungsfähiger technischer Ausstattung) fand zudem eine erste Wachablösung im SFB 438 statt. Bedingt durch die Berufung Prof. Hoffmanns als CAESAR nach Bonn (wir berichteten), musste das Amt des Sprechers neu besetzt werden. Nachdem Prof. Hoffmann die Zwangsläufigkeit der Ereignisse eindrucksvoll dargelegt hatte, wurde Prof. Zenger von der Mitgliederversammlung mit 31 von 35 abgegebenen Stimmen zum neuen Sprecher gewählt.

Zwei Randnotizen: Erstens trägt für die vier Enthaltungen mehrheitlich, aber nicht ausschließlich der angesichts der bevorstehenden Aufgaben in seiner Meinung stark ambivalente Lehrstuhl für Informatik V der TUM die Verantwortung. Zweitens wird Prof. Hoffmann während seines selbstgewählten Exils im Rheinland dem SFB als Mitglied und Projektleiter erhalten bleiben.

Quartl-b


Mitgliederversammlung

Am 12. November fand im Großen Senatssaal der TUM die erste Mitgliederversammlung des FORTWIHR nach dem Ende der Förderung des FORTWIHR II und dem Beginn der Transferprojekte statt.

Bedingt durch die neue Struktur der Transferprojekte - Antragsteller ist jeweils einer der Industriepartner, an fast allen Projekten sind mindestens zwei Firmen beteiligt - stand zunächst eine signifikante "Aufstockung" der Mitgliederschaft auf der Tagesordnung. Nach verschiedenen Informationen zur organisatorischen Abwicklung der Transferprojekte war dann der Vorstand neu zu wählen. In einer "Lehrstunde der Demokratie" (Zitat eines Teilnehmers) wurde dabei der Vorschlag der Sprecher in offener Abstimmung ohne Gegenstimmen angenommen. Bestätigt wurden somit die bisherigen Vorstandsmitglieder Prof. Bulirsch, Prof. Sachs und Prof. Zenger (TUM) sowie Prof. Durst (FAU), neu gewählt wurden die Professoren Bode (TUM) und Müller (FAU). Sie treten die Nachfolge der bisherigen Vorstände Prof. Hofmann (FAU, aus dem FORTWIHR ausgeschieden) sowie Prof. Hoffmann (jetzt als CAESAR in Bonn, wir berichteten) an. Damit sind auch im neuen Vorstand die beiden am stärksten im FORTWIHR präsenten Hochschulen sowie alle drei Fachrichtungen Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften vertreten.

Auch bei der anschließenden Vorstandssitzung waren Einstimmigkeit und Kontinuität Trumpf, und so wurden sowohl der Sprecher als auch sein Stellvertreter für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Der erfreulich rasche Verlauf beider Sitzungen ermöglichte allen Teilnehmern - sehr zu deren Freude - die intensive Beschäftigung mit dem inzwischen schon berühmten Buffet des FORTWIHR-Partyservice. In derart gelöster Atmosphäre gab Prof. Bulirsch eine köstliche Anekdote über seine jüngsten Erlebnisse mit der Neigezug-Technik des Pendolinos zum Besten. Man sieht: Es lohnt sich in jederlei Hinsicht, FORTWIHR-Sitzungen zu besuchen!

Quartl-b


Virtueller Elchtest beim VideoMath Festival

Anlässlich des International Congress of Mathematicians im August 1998 in Berlin wurde das erste Festival für mathematische Videos veranstaltet. In einem weltweiten Wettbewerb wurden von einer internationalen Jury 24 Gewinner ausgewählt. Diese sollten auf populärwissenschaftlicher Ebene ein breites Publikum ansprechen. Die Auswahlkriterien waren mathematischer Inhalt, Visualisierungstechniken, künstlerische Gestaltung und technische Qualität. Die thematische Spannweite der Beiträge reichte von der Schulmathematik bis zu Anwendungen moderner numerischer Methoden für realistische Computersimulationen.

Unter den 24 Gewinnern des Wettbewerbs ist auch der FORTWIHR vertreten mit dem von Dipl.-Math. Martin Vögel und Dr. Oskar von Stryk am Lehrstuhl M2 für Numerische Mathematik der TU München (Prof. Dr. Dr.h.c. R. Bulirsch) erstellten Beitrag Vehicle Dynamics Simulation. In diesem Videofilm ist die berechnete Testfahrt eines PKWs auf einer Teststrecke bei unterschiedlichen Fahrbahn- und Witterungseinflüssen dargestellt. Straßenlage und Fahrsicherheit eines zweiten Fahrzeugs werden im ISO Slalom Test, dem "virtuellen Elchtest", untersucht.

Sechsmal wurde die VideoMath-Rolle mit allen 24 erfolgreichen Beiträgen während des ICMs in der Urania aufgeführt, sie zog die Zuschauer zu Hunderten in die Säle. Der Springer-Verlag hat eine VideoMath-Kassette mit 20 Beiträgen produziert. Bereits während des ICM erschienen Ausschnitte auch im Programm verschiedener Fernsehsender. Die jüngste Ausstrahlung fand in der WDR Computernacht am 5./6.12.1998 statt (http://www.ccnacht.de/). Diese wurde auf WDR, Deutschlandfunk und Phoenix ausgestrahlt. Weitere Informationen über das VideoMath Festival und den ICM'98 unter http://www-sfb288.math.tu-berlin.de/VideoMath/ bzw. http://elib.zib.de/ICM98/.

ZM-von Stryk

Neues von der Süd-Schiene

Drei Arbeitsgruppen des FORTWIHR auf dem "Süddeutschen Visualisierungstag" am 20.11.1998 in Stuttgart.

Fast schon Tradition geworden ist das vom SFB 382 (Verfahren und Algorithmen zur Simulation physikalischer Prozesse auf Hochleistungsrechnern, Tübingen/Stuttgart) veranstaltete Treffen, bei dem Arbeitsgruppen aus Baden-Württemberg und Bayern ihre neuesten Ergebnisse zur Visualisierung von Simulationsdaten vorstellen und diskutieren. Gastgeber war das Rechenzentrum der Universität Stuttgart.

Im Zentrum des Interesses standen dabei natürlich die Vorführungen im "Cube" des Visualisierungslabors, einem Virtual-Reality-Labor mit Stereoprojektion auf drei Wände und den Boden (Shutter-Technik sowie Magnet-Tracking). Hier wurden beeindruckende (und teilweise Magen sowie Orientierungssinn strapazierende) Beiträge zu Themen wie Crash-Visualisierung, Relativitätstheorie oder Virtual Prototyping gezeigt.

Von Seiten des FORTWIHR waren die Arbeitsgruppen Ertl (FAU) sowie Sachs und Zenger (TUM) vertreten. Angesichts der gestiegenen Präsenz der Bayern (wozu aus schwäbischer Sicht auch die Franken zu zählen sind) wurde ins Auge gefasst, den nächsten Visualisierungstag in München zu veranstalten.

Quartl-b


Auf der diesjährigen <b>Ferienakademie im Sarntal

Auf der diesjährigen Ferienakademie im Sarntal: Prof. Durst und Prof. Zenger setzten wieder mal auf riskanten Bergtouren den einschlägigen wissenschaftlichen Nachwuchs aufs Spiel.


Alles von Neumann oder was?

Da dem FORTWIHR engagierte Lehre ja besonders am Herzen liegt, wollen auch wir im Quartl unseren Beitrag zur Weiterbildung leisten. Diesmal geht es um die Frage, welcher der zahlreichen prominenten Neumänner die Neumannschen Randbedingungen zu verantworten hat. Bei der Begutachtung der Beiträge zum FORTWIHR-Tagungsband stießen wir nämlich wieder auf die gar nicht so unweit verbreitete Meinung, diese gingen auf das ungaro-amerikanische Multitalent John von Neumann, Ehrendoktor der TUM und Namensgeber eines Hörsaals im TU-Südgelände, zurück.

Nun sind John (oder Johann) von Neumann, geb. 1903 in Budapest und gest. 1957 in Washington, durchaus viele Resultate in Mathematik und Informatik "anzulasten", etwa in den Bereichen Axiomatik, Mengenlehre, Beweistheorie, mathematische Grundlagen der Quantenmechanik, Spieltheorie, Nationalökonomie etc. etc. Auch am Manhattan-Projekt war er beteiligt. Außerdem wurde er durch den Begriff des "Von-Neumann-Rechners" in der Informatik unsterblich.

Dass die Dinge allerdings nicht ganz so einfach liegen, wie es die Namensgebung vermuten lässt, konnte man kürzlich in einem höchst aufschlussreichen Vortrag Prof. Bauers zum Thema "Wer erfand den Von-Neumann-Rechner?" erfahren. Für die Neumannschen Randbedingungen (Sie wissen schon, die mit der Ableitung in Normalenrichtung) kann er aber nun wirklich nichts. Deren Ursprünge liegen vielmehr bei Carl Gottfried Neumann, geb. 1832 in Königsberg und gest. 1925 in Leipzig, der, einer Professorendynastie entstammend (Vater Franz-Ernst war Physiker und Mineraloge, Bruder Friedrich-Julius Jurist und Nationalökonom), als Mathematiker in Halle, Basel, Tübingen und Leipzig lehrte, auf verschiedenen Gebieten der mathematischen Physik (insb. der Potentialtheorie) forschte und sich somit intensiv mit Randwertproblemen beschäftigte.

Carl Gottfried Neumann war Mitglied verschiedener Akademien und Gesellschaften und gründete im Jahre 1868 zusammen mit Alfred Clebsch die "Mathematischen Annalen".

Quartl-b


Nikola Tesla Preis

Dem Lehrstuhl für Strömungsmechanik in Erlangen wurde eine hohe internationale Anerkennung, die Nikola-Tesla-Medal 1998, von der Tesla Society and Tesla Foundation, Belgrad (Jugoslawien), für bis jetzt geleistete Forschungsarbeiten auf dem Gebiet experimenteller und numerischer Strömungsmechanik verliehen.

Die festliche Verleihung des Preises fand am 27.11.98 in der Akademie der Wissenschaften in Belgrad in Anwesenheit von Prof. Durst mit Gemahlin, Dr. Adrian Melling und Dr. Dubravca statt.

LSTM-Melling


FORTWIHR Intern


FORTWIHR Vorträge


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Übrigens...


Ch. Halfar, 22.12.1998