Mitgliederversammlung `95

Am 26.4.1995 fand in München im Anschluß an das A*Bay*FOR-Symposium die offizielle Mitgliederversammlung des FORTWIHR statt. Aufgrund des bevorstehenden Übergangs zur zweiten Förderperiode standen diesmal auch die Aufnahme neuer Mitglieder sowie die Neuwahlen des Vorstands und der Projektbereichskoordinatoren auf der Tagesordnung.

Sechs neue Teilprojektleiter wurden offiziell als Mitglieder aufgenommen: Prof. Dr. Peter Knabner, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik der FAU Erlangen-Nürnberg, mit dem Forschungsvorhaben Poröse Medien im Teilprojekt 1.2 Applikationen für technisch relevante Strömungsprobleme; Prof. Dr. Thomas Ertl, am Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung der FAU Erlangen-Nürnberg, mit dem Forschungsvorhaben Visualisierung von Strömungsvorgängen in der Kristallzüchtungs- und Beschichtungstechnik im Teilprojekt 3.1 Numerische Simulation des Kristallwachstums aus der Schmelze und aus der Gasphase; Prof. Dr. Gerhard Wachutka, Lehrstuhl für Technische Elektrophysik der TU München, mit dem Forschungsvorhaben Thermodynamische Modellierung und Simulation integrierter Mikrostrukturen im Teilprojekt 4.2 Modellierung und numerische Simulation in der Hochleistungstechnologie für Halbleiter; im selben Teilprojekt Prof. Dr. Ronald Hoppe, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik I der Universität Augsburg (bisher TU München), mit dem Forschungsvorhaben Elektrothermische Simulation leistungselektronischer Bauelemente; Prof. Dr. Rainer Friedrich, am Lehrstuhl für Fluidmechanik der TU München, mit dem Forschungsvorhaben Automobil- und Flugzeugaerodynamik im Teilprojekt 1.2 Applikationen für technisch relevante Strömungsprobleme; Prof. Dr. Dieter Kraft, Labor für Steuerungs- und Regelungstechnik und Prozeßautomation der FH München, mit dem Forschungsvorhaben Dynamische Lageroptimierung im Teilprojekt 2.1 Parallele Numerik: Dynamische Systeme, ihre Optimierung, Echtzeitberechnung und Visualisierung.

[Pinguin]

Bei den Neuwahlen wurden sämtliche sechs Mitglieder des Vorstands (Prof. Dr. Dr.h.c. R. Bulirsch, Prof. Dr. Dr.h.c. F. Durst, Prof. Dr. K.-H. Hoffmann, Prof. Dr. F. Hofmann, Prof. Dr. G. Sachs, Prof. Dr. C. Zenger) sowie die vier Projektbereichskoordinatoren (Prof. Durst, Prof. Sachs, Prof. Hoffmann, Prof. Bulirsch) einstimmig in ihren Positionen bestätigt.

Bei der anschließenden Sitzung des neuen Vorstands wurden auf Vorschlag von Prof. Zenger mit Wirkung vom 1.8.95 Prof. Durst zum neuen Sprecher und Prof. Zenger zu seinem Stellvertreter gewählt.


Mittel für den FORTWIHR II bewilligt

Vorstand und Stiftungsrat der Bayerischen Forschungsstiftung haben auf ihren jüngsten Sitzungen grünes Licht für die zweite dreijährige Projektphase des Bayerischen Forschungsverbundes für technisch-wissenschaftliches Hochleistungsrechnen (FORTWIHR II) gegeben. Für das erste Projektjahr stellen die Bayerische Forschungsstiftung ca. 4.1 Millionen DM, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst ca. 1.2 Millionen DM sowie die Industriepartner im Verbund ca. 2.4 Millionen DM zur Verfügung.

Mit der Bewilligung ist die Bayerische Forschungsstiftung in den Projektbereichen 1, 2 und 3 der modifizierten Fassung des Finanzierungsantrags FORTWIHR II vom 6.2.1995 für das erste Projektjahr in vollem Umfang gefolgt. Im Projektbereich 4 waren Neuverhandlungen mit den Industriepartnern angemahnt worden, und nach einer zusätzlichen Förderzusage durch die Siemens AG wurden die Mittel - um 1.5 Stellen reduziert - genehmigt. Insgesamt wurden damit über 96 % der für das erste Projektjahr beantragten Mittel bewilligt.


Aktuelle Wissenschaft im Deutschen Museum

Viermonatige Ausstellung des FORTWIHR zum Thema "Numerische Simulation" im Deutschen Museum

Am 26.4.95 eröffnete Staatssekretär Rudolf Klinger die Ausstellungsreihe "Aktuelle Wissenschaft im Deutschen Museum", mit der sich die Bayerischen Forschungsverbünde einer breiteren interessierten Öffentlichkeit präsentieren wollen. In viermonatigem Wechsel werden jeweils einige der Verbünde ihre zentralen Problemstellungen und Lösungsansätze anhand von Postern, Exponaten und Vorführungen am Rechner demonstrieren.

Zu den ersten Ausstellern zählt dabei der FORTWIHR. Zahlreiche Schautafeln geben zunächst einen Überblick über Zielsetzung und Inhalte der Numerischen Simulation aus allen Arbeitsgebieten des FORTWIHR - etwa Strömungsmechanik, dynamische Systeme, Schmelzprozesse und Kristalle oder Halbleiter und elektrische Schaltungen. Darüber hinaus kann der Besucher interaktiv zusätzliche Informationen am Rechner abrufen oder einzelne Computerdemonstrationen und Videos auswählen. So kann er beispielsweise Hindernisse in einem Strömungskanal plazieren, mittels synthetisch generierter Sicht durch das Altmühltal fliegen, effiziente Datenkompression am Beispiel seines eigenen Photos studieren, die optimalen Bewegungsbahnen von Roboterarmen nachvollziehen oder die Simulation eines MOSFET beobachten.

Die Ausstellung des FORTWIHR befindet sich im 3. Stock des Deutschen Museums zwischen den Sammlungen für Informatik und für Telekommunikation und dauert voraussichtlich bis zum 31.8.95. An allen Samstagen sind ferner zwischen 13 und 16 Uhr Mitarbeiter des FORTWIHR anwesend, um Fragen zu beantworten und die einzelnen Filme im Detail zu erläutern.


2. A*Bay*FOR-Symposium

Am Mittwoch, den 26.4.1995, fand im Ehrensaal des Deutschen Museums in München das 2. Symposium der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Forschungsverbünde (A*Bay*FOR) statt. Rund 300 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen zu der Veranstaltung, anläßlich der zugleich die Wechselausstellung "Aktuelle Wissenschaft im Deutschen Museum" (siehe Beitrag in diesem Quartl) eröffnet wurde.

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Rundgang mit Staatssekretär R. Klinger, Prof. Landwehr, Prof. Zenger, Prof. Kraft, Prof. Wachutka, Prof. Durst, Prof. Bauer (von rechts)

Nach Grußworten von Prof. Fehlhammer, dem Generaldirektor des Deutschen Museums, und Prof. Radig, dem Sprecher der A*Bay*FOR, sowie dem Hauptvortrag von Staatssekretär Rudolf Klinger vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst (Die Bayerischen Forschungsverbünde - Ein erfolgreiches Modell für die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft) stellten sich die 5 "Neuen" in der A*Bay*FOR in Kurzreferaten vor: FORAREA (Area-Studies), FORKAT (Katalysetechnik), FORMIKROSYS (Mikrosystemtechnik), FOROB (Oberflächen-, Schicht- und Trocknungstechnik) sowie FORSOL (Solarenergie). Anschließend eröffnete Staatssekretär Rudolf Klinger die Wechselausstellung der Forschungsverbünde und informierte sich bei einem Rundgang über die Arbeiten der zunächst ausstellenden 4 Verbünde (FOROPTO, FAM, FORWISS, FORTWIHR).

Am Nachmittag präsentierten sich dann die restlichen Verbünde mit Vorträgen über jeweilige Forschungsschwerpunkte, wobei das breite Spektrum der wissenschaftlichen Tätigkeit der inzwischen 16 A*Bay*FOR-Mitglieder deutlich wurde.


Neue Forschungsprojekte der Forschungs- und Lehreinheit Informatik X an der TUM

Das BMBF hat seine Absicht erklärt, zwei neue Forschungsprojekte im Bereich der numerischen Simulation zu fördern, an denen der Lehrstuhl für Rechnertechnik und Rechnerorganisation/Parallelrechner der TU München (LRR-TUM, Prof. Bode) beteiligt ist.

Im Projekt SEMPA (Software Engineering Methoden für Parallele wissenschaftlich-technische Anwendungen) werden am Fallbeispiel der Parallelisierung eines industriell eingesetzten Programmpakets zur Simulation dreidimensionaler Strömungen neue Entwurfsmethoden für parallele Software entwickelt.

Oberstes Ziel bei der Parallelisierung des CFD-Pakets, das die Navier-Stokes Gleichungen löst, ist maximale Portabilität. Das parallelisierte Programm soll auf einer breiten Palette von Hardwareplattformen unterschiedlichster Leistungsklassen einsetzbar sein. Als Zielsysteme werden sowohl netzgekoppelte Arbeitsplatzrechner (NOWs, Networks Of Worksations) als auch massiv parallele Systeme (MPPs, Massively Parallel Processors) betrachtet. Für NOWs wird außerdem ein Ressourcenverwaltungssystem erarbeitet, das es erlaubt, Produktionsläufe paralleler Anwendungen im Stapelbetrieb unter Ausnutzung der nicht durch interaktiven Betrieb beanspruchten Ressourcen abzuarbeiten.

Die Partner des Verbundprojekts sind: LRR-TUM, das Institut für Computeranwendungen der Universität Stuttgart ICA III sowie die Firmen Advanced Scientific Computing GmbH (ASC), Holzkirchen, und GENIAS Software GmbH, Neutraubling bei Regensburg. Die Federführung liegt beim LRR-TUM.

Das Projekt hat einen Umfang von 18 Personaljahren und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. Die dem LRR-TUM zugesagte Förderungssumme beträgt DM 1.031.490,--.

Im Projekt PAR-CVD (Entwicklung leistungsfähiger paralleler Berechnungsverfahren zur Untersuchung und Optimierung von CVD-Prozessen) werden parallele Verfahren zur Modellierung von Dampfabscheidungsprozessen bei der Chip-Herstellung entwickelt. Die Federführung des Verbundprojekts liegt beim Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (LSTM). Das Verbundprojekt, an dem als weitere Partner neben LSTM und LRR-TUM der Lehrstuhl Informatik V der Fakultät für Informatik der TUM sowie die Firma Aixtron beteiligt sind, hat einen Umfang von zwölf Personaljahren und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. Die dem LRR-TUM zugesagte Fördersumme beträgt DM 326.300,--.


Internationales Forschungs-Forum Bayern `95

Der FORTWIHR auf der Fachausstellung im Münchner Park Hilton vom 15. bis 17. Mai 1995

"Market meets Science" - Unter diesem Motto fand vom 15. bis 17. Mai 1995 in München unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie das 1. Internationale Forschungs-Forum Bayern `95 statt.

Neben dem eigentlichen Kongreß mit zahlreichen Vorträgen von hochrangigen Repräsentanten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus dem In- und Ausland wurde auch eine Fachausstellung abgehalten, die als Informations- und Kontaktbörse für Technologie-Anbieter aus der Forschung und Nachfrager aus der (auch mittelständischen) Industrie dienen sollte. Neben zahlreichen anderen universitären und außeruniversitären bayerischen Forschungseinrichtungen war auch der FORTWIHR mit einem Messestand vertreten. Über Poster, Videos und Vorführungen am Parallelrechner, aber gerade auch durch zahlreiche intensive Gespräche mit FORTWIHR-Mitarbeitern aus Erlangen und München konnten sich die Ausstellungsbesucher aus der Industrie über die Möglichkeiten des technisch-wissenschaftlichen Hochleistungsrechnens für ihre Branche bzw. Anwendungsgebiete informieren und erste Kontakte knüpfen.

Zahlreiche Interessenten nahmen diese Gelegenheit zu einem "zwanglosen Technologietransfer" wahr und schufen so die Grundlage für das Entstehen längerfristiger Kooperationen.


FORTWIHR Intern


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FORTWIHR Gäste

in München:

in Erlangen:


FORTWIHR Vorträge


Übrigens...


Anton Frank, 3-7-1995