Aktuelle Wissenschaft im Deutschen Museum

Eine kritische Nachlese zur Ausstellung des FORTWIHR

Nach vier Monaten Laufzeit ist die Ausstellung des FORTWIHR im Deutschen Museum in München im Rahmen der Ausstellungsreihe "Aktuelle Wissenschaft im Deutschen Museum" - veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Forschungsverbünde (A*Bay*FOR) und dem Deutschen Museum - am 31.8. zu Ende gegangen. Wir möchten dies zum Anlaß nehmen, an dieser Stelle etwas Manöverkritik zu betreiben, um die Eindrücke hinsichtlich der Ausstellung nach innen und außen weiterzugeben.

Im folgenden stützen wir uns dabei auf zwei Informationsquellen: das protokollierte Besucherverhalten (es wurden die Anzahl und die Spieldauer der Aufrufe von jeder Visualisierung erfaßt) sowie die ausgefüllten Fragebögen, die wir - mit einer Ausnahme - von allen samstäglichen Betreuern der Ausstellung erhalten haben (vielen Dank übrigens).

[Pinguin]

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Ausgelassene Heiterkeit bei der Einführung für die Betreuer.

Sicher müssen alle drei Größen (Zahl der Aufrufe, absolute und relative Laufzeit) insgesamt betrachtet werden. So ist für die Zahl der Aufrufe vor allem der Text auf dem Button ausschlaggebend (und da sind "Blindflug" und "Roboter" einfach spektakulärer als "Oxidation"). Die Laufzeiten spiegeln dagegen eher die Anziehungskraft der einzelnen Beiträge wider, wobei bei der absoluten Laufzeit natürlich die langen Filme (z.B. "Blindflug" mit ca. 10 Minuten) und bei der relativen Laufzeit die kurzen Filme (z.B. "Durchflußmesser" mit 20 Sekunden) Vorteile haben.

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Die Quartl-Redaktion betrachtet selbsterklärende Videos.

Doch nun zur Auswertung des Fragebogens: Jeder Betreuer war an einem Samstag von 13 Uhr bis 16 Uhr am Ausstellungsstand präsent - als "Wissenschaftler zum Anfassen". Und was sagen die "Angefaßten" dazu:

  1. Besucherzahl:
    2 - 44, im Durchschnitt 15.
  2. Verweilzeit:
    2 - 30 Minuten, im Durchschnitt 10 Minuten.
  3. Alter:
    Schüler, Eltern mit Kindern, jünger als 40 Jahre.
    Geschlecht:
    Deutlich mehr Männer - aber: ein Hoch auf Michael Dinkelmann, der nur weibliche Interessenten hatte!
  4. Vorbildung und Sachkenntnis:
    Da geht's drunter und drüber: Von "Null" bis "hoch/techn.-nat.wiss. Studium" ist alles gleichmäßig vertreten.

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Ein FORTWIHR-Mitarbeiter beim Betrachten seines Beitrags ...

  1. Kontaktadressen erbeten?
    Dreimal ja, 14mal Fehlanzeige.
  2. Firmenbezug sichtbar?
    Größtenteils nein; die wenigen beruflich mit der Thematik Befaßten waren wohl eher als Touristen da.
  3. Kommentare von Besuchern?
    Etwa die Hälfte erhielt kein Feedback, der Rest wußte von positiven Äußerungen zu berichten: "sehr interessant" bzw. "very interesting", ...
  4. Kommentar vom Museumspersonal:
    Vorführungen z.T. zu langatmig; gehen z.T. am typischen Besucher vorbei; Stand kein Selbstläufer, Erklärungen unerläßlich.
  5. War von FORWISS jemand da?
    Nie! Zunächst wurde der Einsatz von Tarnkappen vermutet, aber als der Rechner gar nicht mehr lief und die Plakate von den Wänden fielen, war klar, daß sich die künstliche Intelligenz nicht anfassen läßt.
  6. Beurteilung der Ausstellung:
    Überwiegend negativ (mit 4 Ausnahmen): Die konkreten Charakterisierungen reichen von "abseits des Mainstream", "wenig attraktiv", "ohne erkennbaren Sinn" und "mittelmäßig" bis hin zu "ziemlich verkorkst", "unbrauchbar" und "unprofessionell". Insgesamt wurde die schlechte Aufwand-Nutzen-Relation kritisiert.
  7. Wie sinnvoll ist der "`Wissenschaftler zum Anfassen"'?
    Hier ist die Resonanz mehrheitlich positiv ("sehr sinnvoll", "Stand wird um einiges attraktiver", "gut, daß jemand Fragen beantworten kann"); es gibt aber auch Kritik ("man kann nur zum eigenen Projekt sinnvoll etwas sagen", "unwichtig: die Besucher fragten, warum ich dort stände", "nicht sonderlich sinnvoll, da das meiste selbsterklärend ist" (?!?!?)).
  8. Lief der Rechner?
    Hier gab's 1mal große, 2mal kleinere und sonst gar keine Probleme (Kompliment an A. Paul, A. Frank und T. Gerstner!).
  9. Waren genug Handzettel da?
    Ja - die Jäger und Sammler hielten sich offenbar zurück.
  10. Sonstige Anmerkungen:

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... und bei einem fremden Beitrag.

So, und jetzt kann ich mich nicht zurückhalten, den einen oder anderen Kommentar zu kommentieren:

Über die Frage nach dem Sinn einer solchen Veranstaltung und nach deren Nutzen für den FORTWIHR könnte man sicher herrlich schwadronieren und ganze Türme volltalken - aber schließlich ist das Quartl ein Informationsblatt! In diesem Sinne

Hans-Joachim Bungartz


Statusseminar der anwendungsorientierten Verbundprojekte auf dem Gebiet der Mathematik

Vom 25. bis 27. Oktober 1995 findet im Forschungs- und Ingenieur-Zentrum der BMW AG, München, Knorrstraße 147, ein Statusseminar der anwendungsorientierten Verbundprojekte auf dem Gebiet der Mathematik statt. Diese werden seit 1994 vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) gefördert. In den Projekten arbeiten Mathematiker und industrielle Anwender zusammen, um mathematische Probleme aus Wissenschaft und Technik zu lösen, Algorithmen und Software zu entwickeln und die gefundenen Resultate praktisch anzuwenden. Unter den 56 Projektgruppen befinden sich auch die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dr. h.c. R. Bulirsch, TU München, Prof. Dr. K.-H. Hoffmann, TU München, Prof. Dr. R.H.W. Hoppe, Universität Augsburg, Prof. Dr. P. Knabner, Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. H. Ryssel, Universität Erlangen-Nürnberg, die auch am Bayerischen Forschungsverbund für technisch-wissenschaftliches Hochleistungsrechnen beteiligt sind.

[Karte der Projektorte und Kooperationspartner]

Inhaltlich werden die 56 Projekte in drei Gruppen unterteilt: Entwicklung von Algorithmen und Lösungsmethoden für komplexe Systeme nichtlinearer Differentialgleichungen, mathematische Methoden in der geometrischen Datenverarbeitung und mathematische Optimierung und Steuerung technischer Systeme. Die Vorträge des Statusseminars behandeln unter anderem

Einzelne Projekte stellen außerdem entwickelte Software vor, alle Projekte sind durch Poster repräsentiert.

Nähere Informationen sowie Anmeldungen bis zum 10. Oktober 1995 sind zu richten an:

Lehrstuhl für Angewandte Mathematik der TU München
c/o Dr. Thomas Lohmann
Postfach 20 10 32, D-80010 München
email: lohmann@appl-math.tu-muenchen.de
http://www.appl-math.tu-muenchen.de/~lohmann/statussem.html


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Anton Frank, 06-10-1995