Manhattan Project
Technische Universität München, Fakultät für Informatik
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Das Manhattan Project

Hauptseminar: Mathematiker in der NS-Zeit TUM

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Personen rund um das Projekt


Niels Bohr

* 7 Oktober 1885 in Kopenhagen, Dänemark
+ 18 November 1962 in Kopenhagen, Dänemark


Bohr war einer der wichtigsten Forscher in der Atomkerntheorie. Er stellte die Theorie auf, daß ein Neutron, welches den schweren Atomkern trifft, eine Spaltungsreaktion auslösen könnte. Eine seiner berühmtesten Entdeckungen war, daß das seltene Uran 235 Isotop spaltbar ist und das gewöhnliche U-238 nicht. Darauf aufbauend kam man auf die Idee einer Spaltungs-Kettenreaktion.

Bohr
Niels Bohr
  • Vater war Physikdozent an der Universität in Kopenhagen
  • 1891 bis 1903 mittelmäßiger Schüler, außer im Sportunterricht, wo er richtig gut war
  • ab 1903 Student an der Uni in Kopenhagen
  • 1911 Doktorarbeit über Elektronentheorie des Metalls
  • geht nach England und arbeitet dort in Manchester zusammen mit Rutherford an der Atomtheorie
  • 1913 zurück in Kopenhagen mit seiner fast kompletten Theorie vom Aufbau des Atoms
  • 1922 bekam er für seine Theorie den Physik Nobelpreis
  • 1936 vervollständigte er seine Theorie über den Aufbau des Atomkerns
  • 1939 verstand er den Vorgang der spontanen Kernspaltung im Isotop U-235
  • 1940 besetzt Deutschland Dänemark; Bohr hatte jüdische Abstammung von Seiten der Mutter
  • 1943 floh Bohr in einem Fischerboot nach Schweden, von dort aus ging es weiter nach England
  • ab dieser Zeit arbeitete er an einem Bombenprojekt, bis er mit seinem Team nach Amerika flog, um beim Manhattenprojekt mitzuarbeiten
  • nach dem Krieg setzte er sich für eine friedliche Nutzung der Atomkraft ein
  • 1962 stirbt er an einem Herzanfall



Albert Einstein

* 14. März 1879 in Ulm, Deutschland
+ 18. April 1955 Princeton, USA


Einstein war nie direkt am Manhattan Projekt oder am Bau der Atombombe beteiligt. Aber durch seinen Brief an den Präsidenten trug er dazu bei, daß die USA in das Wettrennen um die erste Atombombe eintraten.

Einstein
Albert Einstein
  • 1896 bis 1900 Fachlehrer-Studium in Zürich (Mathe, Physik)
  • 1905 Veröffentlichung seiner Relativitätstheorie und Erweiterungen von Planck's Quantentheorie
  • 1907 Habilitation in Bern
  • 1907 bis 1914 verschiedene Anstellungen an diversen Universitäten; diese hat er immer wieder abgebrochen, da er nicht frei forschen konnte, sondern immer noch Lehrunterricht dazu geben mußte
  • 1914 in Berlin und 1915 Formulierung der allg. Relativitätstheorie
  • verlässt zeitweise Berlin, weil er antisemitische Übergriffe auf seine Person fürchtet
  • 1933 Übersiedlung nach Princeton
  • 1939 Brief an Roosevelt, in dem er ihn vor möglichen deutschen Atombomben warnt
  • 1945 gründet er das "Emergency Committee of Atomic Scientists" und setzt sich für eine friedliche Nutzung der Atomenergie ein



Enrico Fermi

* 29. September 1901 in Rom, Italien
+ 29. November 1954 in Chicago, USA


Fermi studierte schon in Italien an der Kernphysik. Als er in Amerika mit Bohr zusammentraf, begann er sofort mit der Forschung nach einer kontrollierten Kettenreaktion, da bei einer Kernspaltung mehr Neutronen frei wurden als man benötigte. Nachdem er seinen ersten Kernreaktor gebaut hatte, arbeitete er aktiv beim Manhatan Projekt mit, vor allem bei der Konstruktion der Produktionsreaktoren für Uran 235 und Plutonium.

Fermi
Enrico Fermi
  • Begabung für Mathe und Physik schon in der Grundschule entdeckt
  • 1918 Mitgliedschaft in einer Begabtenschule
  • 1922 Doktor in Physik an der Uni in Pisa
  • 1924 bis 1926 Vorlesungen über mathematische Physik und Mechanik in Florenz
  • 1927 Professor für theoretische Physik in Rom
  • 1934 Theorie des beta-Zerfalls
  • seine Arbeiten führten zur Entdeckung/Schaffung neuer Elemente über das damalige Periodensystem hinaus
  • 1938 Nobelpreis - der Experte für Neutronen
  • 1938 Emigration wegen Mussolini nach USA
  • 1939 als die Kernspaltung entdeckt wurde, sah er sofort die Möglichkeit zur Kettenreaktion
  • 1942 Bau des ersten Kernreaktors in dem die erste kontrollierte Kernspaltungs-Kettenreaktion ablief
  • ab 1943 Mitarbeit beim Manhattan Projekt, vor Allem beim Bau von Reaktoren
  • 1944 amerikanischer Staatsbürger
  • ab 1946 Professor am Institute for Nuclear Studies der Universität von Chicago
  • beschäftigte sich weiter mit kosmischer Strahlung



J. Robert Oppenheimer

* 22. April 1904 in New York, USA
+ 18. Februar 1967 in Princeton, USA


Schon vor dem Manhattan Projekt suchte Oppenheimer nach einer möglichen Verwendung der freiwerdenden Energie bei einer Kernspaltung. Nachdem er 1943 wissenschaftlicher Leiter des Manhattan Projekts wurde, war er mit jedem Schritt der Entwicklung der Bombe vertraut. Er war für den ersten Abwurf der Bombe, später wurde er ein Befürworter von Nuklearwaffenkontrollen.

Oppenheimer
J. Robert Oppenheimer
  • 1925 Harvard Abschluss in Chemie und 1927 in Göttingen in Physik
  • ab 1929 Lehrer und später Professor am California Institute of Technology
  • 1930 wichtige Abhandlung über Anti-Teilchen-Theorie veröffentlicht
  • 1942 bis 1945 Leiter des Manhattan-Projekts; er entschied sich für den Standort Los Alamos und hatte gegen Ende des Projektes mehr als 3000 Leute unter sich
  • 1946 bis 1952 Vorsitzender der U.S. Atomic Energy Commission (er war gegen den Bau der Wasserstoffbombe)
  • 1953 schloss man ihn aus allen Ämtern aus, weil man dachte, er sei ein Sicherheitsrisiko; unter anderem wurde er mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht
  • diese Vorwürfe wurden erst kurz vor seinem Tod wieder rückgängig gemacht
  • 1967 stirbt er an Krebs



General Leslie Groves

* 17. August 1896 in Albany,NY
+ 13. Juli 1970


Nachdem Groves den Bau des Pentagons geleitet hatte, beauftragte man ihn mit der Organisation des Manhattan Projekts. Sein strenger Führungsstil machte es möglcih, ein so riesiges Projekt in so kurzer Zeit kontrolliert durchzuführen. Genauso wie Oppenheimer war er an jeder wichtigen Entscheidung beteiligt. Er saß ebenfalls mit in dem Ausschuß, der das Ziel der ersten Bombe bestimmte.

Groves
Gen. Leslie Groves
  • 1918 Universitätsabschluss
  • lernte in der Engineers School, mit einer Auszeit während des ersten Weltkrieges in Frankreich
  • später war er in San Francisco, Hawaii und Nicaragua tätig
  • 1931 Chief of Engineers in Washington
  • 1936 Abschluss an der Command and General Staff School
  • 1939 Army War College
  • 1940 höhere Posten; unter Anderem hatte er die Oberaufsicht über den Bau des Pentagons
  • 1942 Leitung des Manhattan-Projekts
  • er gab für Manhattan-Projekt über $2 Milliarden aus
  • hatte bis zu 125.000 Mitarbeiter unter sich, darunter viele Wissenschaftler
  • entschied 1945 in verschiedenen Ausschüssen mit, wohin die erste Bombe geworfen wurde
  • 1948 Ernennung zum Lieutenant General; kurz danach Abdankung
  • bis 1962 Vize-Präsident der Sperry Rand Corporation
  • 1970 stirbt er an einem herzleiden



lange@in.tum.de, S.Lange, 06.06.2003