Computerentwicklung in Deutschland
 
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Einführung

Konrad Zuse

Curta

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Zuse finanzierte seine ersten Rechner vollständig aus privaten Mitteln. Mehrere Tausend Telefonrelais waren nötig, was zur damaligen Zeit etwa 100.000 DM gekostet hat. Sein Vater ließ sich aus der Pensionierung heraus wieder anstellen, und seine Schwester gab ihm einen Teil ihres Gehalts. Circa ein halbes Dutzend Freunde aus der "Akademischen Vereinigung Motiv" unterstützten ihn finanziell, aber vor allem auch indem sie ihm über Monate hinweg abwechselnd bei der Arbeit zur Seite standen. Sie veranlassten wiederum Verwandte und Freunde zu finanziellen Spenden. Die Gründung der Zuse Apparatebau 1940 dürfte auch keinerlei finanzielle Hilfe gebracht haben. Mit der Gründung der Zuse KG 1949 in Neukirchen und dem folgenden Einsatz der Z4 an der ETH Zürich refinanzierte sich die Rechnerbauerei. Mit der Serienfertigung ab 1955 begann das "goldene Zeitalter" für Zuse. Zeitweise verkaufte er mehr Rechner als IBM. Anfang der 60er Jahre allerdings kam die Firma in finanzielle Schwierigkeiten. Bis 1967 stellte die Zuse KG 251 Rechner her. Dann wurde sie an Siemens verkauft.

Es ist heute unbestritten, daß Konrad Zuses Z3 der erste voll funktionsfähige programmgesteuerte Rechner der Welt ist. Die Mark II, die ENIAC und die Colossus Rechner folgten erst ab 1943. Die Z3 wurde am 12. Mai 1941 Wissenschaftlern in Berlin mit Erfolg vorgeführt.

Die Z3 enthielt - wie die Z1 - fast alle wesentlichen Merkmale der heutigen modernen Computer. Die Bausteine der Z3 waren Relais. Wir schreiben bewusst nicht: Der erste Computer der Welt, obwohl der Unterschied nur gering ist. Das Wort Computer wurde erst später geschaffen, nämlich als die Rechner mit Röhren bestückt waren. Auch enthielt die Z3 nicht den Sprungbefehl, der die Computer kennzeichnete. Konrad Zuse kannte den Sprungbefehl, denn in den Mikroprogrammsequenzen für die Gleitkommaarithmetik hatte er diesen realisiert.

Von der Original Z3 existiert kein Bild. Dieses Bild zeigt einen Nachbau, der Anfang 1960 von der Zuse KG in Bad Hersfeld durchgeführt wurde. Er wurde für die Interdata in München im Jahr 1964 erstellt.

Im  Jahr 1967 wurde die Z3 auf der Weltausstellung in Montreal im Deutschen Pavillon gezeigt und fand dort große Beachtung.

Danach erhielt das Deutsche Museum in München die Z3. Dort kann sie heute noch besichtigt werden.

 

Auf diesem Bild ist nochmal der Nachbau des Rechners Z3 im Deutschen Museum in Muenchen zu sehen.

Vorne kann man die die Ein- und Ausgabeeinheit erkennen.

Die Zahlen konnten im Dezimalsystem eingegeben werden und wurden in eine binaere Gleitkommazahl umgewandelt. Ebenso wurde bei der Ausgabe die binaere Gleitkommazahl in eine Dezimalzahl umgewandelt Die Relais im rechten Schrank gehoeren zum Rechenwerk, ebenso die im linken Schrank oben. Die farblich helleren Relais gehoeren zum Speicher der Z3 (64 Worte zu 22 Bits). Ganz rechts unten sind die Mikrosequenzer der Steuereinheit zu sehen. Sie dienten dazu, komplizierte Rechenoperationen, wie z.B. die Division in Subtraktionen aufzuloesen. Die Mikrosequenzer sind das Herz der Steuereinheit. Der Lochstreifenleser befindet sich neben der Ein- und Ausgabeeinheit.

 

Dieses Blockschaltbild der Z3 zeigt ihre Komponenten.

Die Register R1 und R2 sind Kurzspeicher a 22 Bits. Z.B. wird eine Addition wie folgt durchgefuehrt: R1 := R1 + R2. Dies bedeutet, dass der Inhalt von R1 zu R2 addiert wird und das Ergebnis an R1 zugewiesen wird. Register R2 wird danach auf leer gesetzt.

Die Taktfrequenz der Z3 betrug 5.3 Hertz.

 

 


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